Pseudohopping

Mittwoch, Juni 27, 2007

06.05.2007 - Drei Spiele, 15 Tore und trotzdem alles doof

Da ich nun schon von vielen Seiten gedrängt wurde, endlich mal meine ganzen Spiele nachzutragen, werde ich das jetzt mal häppchenweise tun.
Da die Erinnerung nach so langer Zeit nicht mehr allzugut ist, werden die Berichte sich aber in sehr, sehr kurzem Rahmen bewegen.

10.45 Uhr
Verbandsliga Berlin
Spandau 06 - Köpenicker SC 0:5
Stadion Am Ziegelhof
Zuschauer: 168

Die Gäste klar dominierend und völlig verdienter Sieger. Die Gastgeber wachten erst auf, als sich der KSC nach gut einer Stunde zurückzog und sich für das drei Tage später folgende Pokalfinale gegen Union (0:7) schonte.


14.00 Uhr
SV Tasmania Gropiusstadt 73 - Spandauer SV 2:3 (0:2)
Werner-Seelenbinder-Stadion Neukölln
Zuschauer: 880 (ca. 180 Gäste)

Das Spitzenspiel der Verbandsliga. Der Zweite empfing den Ersten und hätte sich höchstens noch mit einem Sieg Chancen auf den Aufstieg in die Oberliga ausrechnen können. Dieses Unternehmen ging allerdings schief, da die eigene Chancenauswertung miserabel war, die der Spandauer dagegen excellent, woraus ein schmeichelhafter Sieg für den späteren Aufsteiger resultierte. Trotzallem blieb das Spiel über 90 Minuten spannend, auch wenn der Anschluss erst kurz vor Schluss fiel.
Positiv zu bewerten bleibt der hohe Zuschauerzuspruch, welcher allerdings auch durch eine großangelegte Gutscheinaktion erklärt werden kann, ebenso positiv, dass der SSV Supporter mit einer Trommel hat. In diesen Ligen ist Stimmung bekanntlichermaßen eher ein Fremdwort.
Zu essen gab's ne Wurst in nem kalten Fladenbrot für 1,50 €. War irgendwie nicht der Reißer.

Und der Volsltändigkeit halber:
17.00 Uhr
Hertha - Bremen 1:4 (0:1)
Berliner Olympiastadion
Zuschauer: 74220 (ausv.) (ca. 7500 Gäste)

Zu diesem Trauerspiel schweige ich mich lieber mal aus.

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Samstag, Mai 05, 2007

FV ERKNER 1920 - BSV Blau-Weiß Podelzig 6:1(0:0)

Schon vor einigen Jahren hatte ich mir vorgenommen, mal zum FV Erkner zu gehen und heute sollte es dann endlich soweit sein. Damals hieß das Stadion noch Stadion am Dämeritzsee, mittlerweile ist es nach dem ehemaligen Funktionär und Spieler Erich Ring benannt.
Bei über 27°C im nichtvorhandenen Schatten machte ich mich per pedes auf nach Erkner. Schon einige hundert Meter vom weiten Rund entfernt hörte ich die Stadionbeschallung. Von der Straße, die etwas höher liegt als der Platz, könnte man theoretisch das Spiel kostenlos ansehen, was auch einige Personen taten. Da ich aber nun mal scharf auf die Kinoabrisskarte war, musste ich noch das halbe Stadiongelände umrunden. Die Karte wurde mir dann auch für 2,50 € an einem für Dorfplätze üblichen Campingtisch ausgehändigt. Zitat des Verkäufers:"Wenn wir in der Bundesliga spielen, wird's teurer." Etwas größenwahnsinnig vielleicht, wenn man gerade mal in der 7. Spielklasse (Landesklasse Ost) spielt. Überhaupt war der Größenwahn allseits spürbar. Ob das nun mit der (knappen) Tabellenführung zusammenhängt oder ob der Erkneraner an sich vom Realitätsverlust geplagt wird, ließ sich aber nicht genauer ermitteln.
Das Stadion verfügt über einen Hügel, auf dessen Kuppe die oben erwähnte Straße langführt und auf diesem Hügel befinden sich Sitzreihen, die für ca. 1000 Leute Sitzgelegenheit bieten.
Auf der "Bergspitze" angekommen, bezog ich Stellung (oder besser Sitzung) in der obersten Reihe in der Mitte. Von dort hatte ich den besten Überblick und traute meinen Augen kaum, als ich den einen Schiedsrichterassistenten mit den Maßen einer Litfaßsäule (nur die Höhe stimmte nicht ganz) erblickte.
Beim Warmmachen bekam ich den Eindruck, dass die Gäste aus Podelzig eher eine bessere Feierabendtruppe waren, wohingegen der FVE schon etwas organisierter wirkte und auf alle Fälle deutlich besser war.
Das Spiel dauerte etwas um in Gang zu kommen, so dass die ersten Anhänger schon nach gut zehn Minuten zu murren anfingen und der Coach seiner Mannschaft "Alibifußball" attestierte.
Die Gäste kamen so gut wie nie hinten raus, aber der Tabellenführer wusste nicht viel mit der erdrückenden optischen Überlegenheit anzufangen. Lediglich drei Chancen erspielte sich die Hausherren und diese waren dann aber auch gleich Riesenchancen, welche allerdings kläglich vergeben wurde. Krönung: Ein schönes Solo um fünf Verteidiger, aber aus sechs Metern wurde der Ball an die Querstange gehämmert.
So blieb es zur Pause beim 0:0 und ich hatte schon die Befürchtung, dass ich kein Tor erleben würde. Da es aber aus dem Spiel heraus nicht klappte, musste wie so oft ein Freistoß, dieses Mal von der linken Strafraumkante, für die Torvorlage sorgen. ACDC war kaum verklungen, so kamen die Gäste mit einer spiegelverkehrten Situation zum überraschenden Ausgleich. Während die Mannschaft aber noch ob des Coups jubelte, zappelte der Ball schon wieder im Gästetor und wieder nur ein oer zwei Minuten später stand es plötzlich 3:1. Nun brachen die Gäste völlig auseinander und Erkner schraubte das Ergebnis auf 6:1. Podelzig konnte sich aber bei der eklatanten Abschlusschwäche der Erkneraner bedanken, dass es nicht zweistellig wurde, denn Chancen waren genug da.

Stimmung: Hatte ich auf dem Hinweg zwei Personen mit "ULTRA"-T-Shirts erblickt und mir Hoffnung auf etwas Support gemacht, so sah ich mich entäuscht, aber auch in meiner ursprünglichen Einschätzung bestätigt, Stimmung gab es jedenfalls nur per Klatschen zum Takt vom Torjingle (ACDC - TNT).

Fazit: Kurioses Spiel, keine Stimmung, netter Ground, Sonnenbrand, Schmerzen im Steißbein vom Sitzen (Sitzen is für'n Arsch)
Wo gibt es Co-Trainer, die mit Sandale am Spielfeldrand stehen?

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Freitag, April 06, 2007

Haldensleber SC - Oscherslebener SC 4:1 (3:0)

Sehr kurzfristig erhielt ich die Möglichkeit, mit einem von ScatterWeb subventionierten Tchibo-Ticket hinaus in die große bzw. kleine weite Fußballwelt zu fahren. Ursprünglich hatte ich den Plan, nach Hoffenheim zu fahren, um dort ein Spiel der II. Mannschaft zu sehen, aber da das Spiel auf einen einfachen Sportplatz verlegt wurde und nicht wie gewohnt im Stadion stattfand, fiel diese Möglichkeit aus. Die nächsthöheren Möglichkeiten, waren das kleine Hamburger Derby (AOL-Arena hab ich schon) und Fürstenfeldbruck aus der Bayernliga, worauf ich aber aufgrund der langen Reise und des wohl nicht so hübschen Grounds verzichtete. Nun stand ich folglich vor der altbekannten Gretchen-Frage: Wohin? Abhilfe konnte da nur fussball.de schaffen, wo ich nach kurzer Suche auf die Nachholpartie der Landesliga Sachsen-Anhalt Haldensleber SC und Oscherlebener SC stieß. Neben einem netten Ground, Derbycharakter, Spitzenspiel (Der Zweite empfing den Drittplatzierten.) konnte diese Partie auch mit einer kurzen Anreise von etwas über zwei Stunden überzeugen.

Nachdem ich dann nachmittags das Ticket abgeholt hatte, ging es um 15.48 Uhr mit dem ICE nach Wolfsburg. Dieser war aber völlig überfüllt, so dass viele Reisende auf den Gängen stehen mussten. So einen vollen Zug hatte ich vorher nur von Fotos aus Indien gekannt. Zum Glück braucht man von Berlin nach Wolfsburg weniger als ich von zu Hause aus zum Olympiastadion, so dass ich die Fahrt doch ganz gut überstand (Achtung: Wortwitz!). Von Wolfsburg ging es dann mit der Bimmelbahn weiter nach Haldensleben, wo die Zeit kurz nach der Wende stehen geblieben zu sein scheint. Ein paar neue Häuser gibt es, aber sonst sieht das alles noch sehr nach Osten aus.
In etwas mehr als einer halben Stunde bewältigte ich die nach GoogleEarth genau 3,33 km vom Bahnhof zum Stadion und hatte dort so noch fast eine Stunde Zeit, mich umzusehen. Der Stadionkomplex (Hauptstadion, Rasenplatz, Kunstrasenplatz)verfügt über einen Parkplatz von einem Ausmaß, über den sich mancher Bundesligaverein freuen dürfte.
Nach diesem ersten Eindruck, ging ich zum Kassenhäuschen und erstand eine Rollenabrisskarte für 3,50€ inklusive achtseitigem Stadionmagazin. Für diese Spielklasse ist das wohl ein recht hoher Eintrittspreis, aber in Anbetracht der Tatsache, dass der HSC die Miete für das 2001 eröffnete Stadion refinanzieren muss, ist das akzeptabel. Das Stadion selber wurde in den Jahren 1999 – 2001 erbaut und dient hauptsächlich als Leichtathletikstützpunkt und Spielort für Top- und Flutlichtspiele des ortsansässigen Haldensleber SC. Es verfügt über ca. 8000 Plätze, wovon handgezählte 504 überdachte gelbe und blaue Schalensitze sind. Eine Besonderheit ist die sehr seltene Form eines unregelmäßigen Zehnecks, welches die sechsstufige Haupttribüne mit den ansonsten dreistufigen drei anderen Seiten des Stadions bildet. So kreativ die Form, desto unkreativer der Stadionname, auch wenn der Name Waldstadion für ein im Wald stehendes Stadion wie die Faust aufs Auge passt. Nach Frankfurt, Ludwigsfelde und Erfurt (Steigerwaldstadion) das nächste Waldstadion auf meiner Liste.
Nach und nach füllte sich das Stadion und insgesamt dürften wohl über 200 Zuschauer erschienen sein. Diese warteten ebenso wie beide Teams etwas länger auf den Anpfiff, da sich der Schiedsrichter erst nach einer Weile bemüßigt sah, das Spielfeld zu betreten. Dabei war herrlichstes Fußballwetter, auch wenn die Sonne im Rücken der Haupttribüne unterging.
Die Gäste schienen das Bestreben zu haben, den Trikothässlichkeitswettbewerb zu gewinnen, anders war die Trikotfarbkombination nicht zu erklären. Die Gastgeber dagegen hatten ein sehr schickes rot-weißes Nadelstreiftrikot mit schwarzen Hosen, zerstörten aber den schicken Gesamteindruck durch orangefarbene Socken.
Es dauerte ein paar Minuten, bis Leben in die Partie kam. Man verzeihe mir dieses mehr als schlechte Wortspiel. Nach zehn Minuten geriet die generell faire Partie aber aus den Fugen, da der kleine Schiedsrichter aus Magdeburg (sprich: Machdeburg) sich so einen Mist zusammenpfiff, dass er der einzige unfaire Mensch auf dem Platz war, abgesehen von seinen ihm in Nichts nachstehen Assistenten. Zwischenzeitlich war er völlig verunsichert und pfiff scheinbar willkürlich drauf los. Zu seiner Ehrenrettung muss man aber zugeben, dass er sich in der zweiten Halbzeit fing und auch einige Male durch sehr gute Vorteilsregelauslegung überzeugen konnten. Das Spiel als solches brauchte 20 Minuten, um in die Gänge zu kommen, aber dann trafen die Gastgeber nach einem Eckball zum 1:0 und nur acht Minuten später erneut nach einer Ecke, dieses Mal von der rechten Seite, sogar zum 2:0. Der Trainer der Gastmannschaft setzte daraufhin alles auf eine Karte und brachte eine weitere Offensivkraft. In der Folge entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem Oschersleben mehr vom Spiel hatte, die Gastgeber aber sehr geschickt konterten und einige gute Möglichkeiten erspielten, wovon lediglich eine nach einer sehr guten Kombination mit abschließendem Flugkopfball zum Erfolg führte. Nach Wiederanpfiff änderte sich nicht viel am Spielgeschehen, außer dass die Kontergelegenheiten immer größer wurden und sich häuften, aber nur noch eine davon zum 4:0 verwertet werden konnte. Kurz vor Schluss fiel dann noch der Ehrentreffer zum 4:1-Endstand.
Alles in allem ein verdienter Sieg, der aufgrund der Chancenanzahl sicherlich auch in dieser Höhe verdient ist. Gebracht im Aufstiegskampf dürfte es Haldensleben aber nichts, da die Reserve vom 1. FC Magdeburg schon auf und davon gezogen sein dürfte.
Warum es Haldensleber SC, aber OscherslebeNER SC heißt, konnte mir übrigens keiner erklären.
Nach dem Abpfiff schwang ich mich sofort auf Schusters Rappen und war überpünktlich zurück am Bahnhof. Zum Glück kam mein Zug auch recht schnell, sodass ich mich nach Gleisüberquerung (Treppen scheint es nicht zu geben) schnell ins Warme retten konnte, war es doch draußen recht frisch geworden. Über die Stationen Oebisfelde und Wolfsburg (erwischte sogar noch einen Zug früher, was mir ganze acht Minuten Zeitvorteil verschaffte) erreichte ich um 0.19 wieder Berlin-Hauptbahnhof (tief).
Alles in allem hat sich die „Tour“ aufgrund des netten Grounds und der flotten und torreichen Partie auf alle Fälle gelohnt.

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Montag, Januar 22, 2007

Buli komplett und nie mehr Paderborn

Der ursprüngliche Titelvorschlag lautete „Zum Groundhopping nach Polen – Warum Greidie?“
Doch wenn ihr erfahren wollt, warum ich den Titel ändern musste und auch gar nicht in Polen landete, sondern irgendwo in Paderborn, müsst ihr einfach weiterlesen.
Eigentlich war geplant gewesen, am Sonntag in Slubice (auf der polnischen Seite von Frankfurt/O.) ein spannendes Testspiel in einem von Fotos her sehr hübschen Stadion zu betrachten und am Samstag irgendein Spiel in Berlin zu besuchen. Am Freitagabend um halb elf checkte ich dann noch mal das Internet nach Spielen in der näheren Umgebung, um mir den Wecker auf die richtige Uhrzeit zu stellen. Überraschenderweise fand ich zwar einige Spiele in Berlin, mich reizte aber vielmehr die Partie zwischen Aachen und den Österreichern aus Pasching im denkwürdigen Aachener Tivoli. Schnell sämtliche Verbindungen (nach Aachen und von da nach Slubice) rausgesucht und nicht einmal anderthalb Stunden nach der Spielentdeckung saß ich auch schon im Regionalexpress Richtung Magdeburg, der ersten Station, an der ich umsteigen mussten, um an die Deutsch-Belgische Grenze zu kommen. Mir fiel mal wieder auf, dass die Züge von Magdeburg nach Braunschweig noch versiffter und die Scheiben noch zerscratchter sind als in der Berliner S-Bahn und dass die Zugbegleiter grundsätzlich den Fahrschein sehen wollen, wenn man gerade mal eingenickt ist. Nach elfstündiger Fahrt mit lustigen Unterhaltungen, den aktuellsten Sturmberichten von Sitznachbarn, die am Vortag vergeblich versucht hatten, ihr Ziel zu erreichen, aber aufgrund des Sturms den Versuch abbrechen mussten und mich jetzt mich mit ihrer Anwesenheit beehrten und der totalen Palette an typischen WET-Benutzern (in der Nacht aus Müdigkeit schreiende Babys, grölende Viertelstarke) erreichte ich zum ersten Mal in meinem Leben Aachen. Dort angekommen, hatte ich noch genug Zeit, um einen neuen McD-Ground zu machen. Vielleicht sollte ich da auch mal ne Liste machen, wo ich schon überall gespeist hab. Nach dem Entwirren des Aachener Busnetzes, kam ich fast zwei Stunden vor Anpfiff am Stadion an.

Alemannia Aachen – FC *** (Sponsorname vom Verfasser zensiert) Pasching 2:2

Vor Ort dann erst einmal um das Stadion gelaufen, um einen Eindruck vom Ambiente zu machen und ganz kurz im Fanshop verweilt. Ganz kurz überlegt, mir einen rosafarbigen Aachenschal zu kaufen, habe das dann aber wegen akuter Augenkrebsgefahr verworfen.
Für fünf Euro dann das fast schon legendäre Aachener Tivoli betreten. Ehrlich gesagt, waren meine Erwartungen doch etwas größer. Vergleichbare Stadien (Millerntor, Alte Försterei) haben mir da aber besser gefallen und besonders störend empfand ich die vielen Zäune im Gästebereich, die die Atmosphäre komplett zerstörten. Letztendlich hatten sich nur ungefähr 1500 Zuschauer eingefunden, die auf den beiden überdachten Platz fanden, da die unüberdachten Hintertortribünen nicht geöffnet hatten. Wegen des zu erwarteten geringen Zuschauerzulaufs oder der Unfallgefahr bei sehr schlechtem Wetter. Zeitweise hatte ich sogar Angst, dass das Spiel abgebrochen werden würde, da es stürmte und nicht nur die Bäume, sondern auch die Flutlichtmasten arg schwankten. Der Rasen war durchgeweicht und pünktlich zum Spielbeginn, begann es dann auch wieder aus allen Löchern zu regnen und nicht nur ich war froh, ein Dach über dem Kopf zu haben.
Die erste Spielhälfte war ganz nett anzuschauen und besonders Schlaudraff ließ seine Klasse ab und zu aufblitzen. Nach einem Sonntagsschuss mit Nachhilfe vom Wind gingen die Gäste mit einem Schuss aus fast 30m in den Winkel in Führung. Kurz darauf glichen die Aachener allerdings nach einer gelungen Kombination aus und konnten wiederum nur wenig später durch einen schönen Freistoßtreffer durch Reghecampf sogar in Führung gehen. Nach einem riesigen Bock in der Hintermannschaft konnten die Ösis aber kurz vor dem Pausentee doch noch ausgleichen, indem sie den Ball ins komplett leere Tor schoben.
In der zweiten Hälfte ging dann wohl auch wegen Schlaudraffs Herausnahme fast überhaupt nichts mehr und natürlich fiel auch kein Tor mehr.
Fazit: Das Stadion ist eines der besseren Sorte in der Buli und die Stimmung war für ein Freundschaftsspiel ganz ordentlich.

Nach Abpfiff wurde dann schnell Richtung Hbf verlegt, um noch etwas Proviant einzukaufen, denn schließlich ist ein Nebenziel des Hoppens auch, in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Giftstoffe aufzunehmen. Also fielen dann schon mal die Geschäfte im Bahnhof aus, denn entweder gab es nur Diätsüßkram (verletzt damit die Regel) oder nur völlig überteuerte Ware (verletzt damit das Budget). Also schnell noch mal raus in Wind und Wetter und was bei einem Inder gekauft, da ein richtiger Supermarkt nicht aufgespürt werden konnte. Nun ging es also wieder in den Zug, um nach Slubice zu kommen. Bis Dortmund lief alles bestens bis auf irgendwelche bekloppten Narren (Ist da eigentlich immer Fasching, Karneval oder irgendwas anderes, weswegen sich erwachsene Leute verkleiden müssen und sich so zum Gespött der Mitreisenden machen?) und hunderte schalker Fans, die vom Gazprom-Derby und so genannten Propagandaspiel gegen St. Petersburg aus der Turnhalle wiederkamen. In Dortmund folgte dann aber der Schock, da ein Zug nach dem anderen ausfiel und ich nicht mehr rechtzeitig nach Westpolen kommen würde.
Letztendlich musste ich umdisponieren und rief im Hinterkopf sämtliche Spiele in der näheren Umgebung in meinem Hinterkopf ab, das „Topspiel“ sollte in Paderborn stattfinden. Da es scheinbar weder in Dortmund noch Hamm ein Inetcafé zu geben scheint (wusste weder Dorfjugend, noch Bahnleute was davon), wurde folglich auf gut Glück nach Paderborn gefahren, leider sah man so was vorerst auch nicht, wobei man in der Nacht einen kleinen Stadtbummel machte. Die Altstadt lohnt sich wohl für Touristen. Aber leider konnte auch hier kein Inetcafé aufgetrieben werden und so musste man sich die Zeit anders vertreiben, da der erste Zug erst drei Stunden später fahren sollte. Zu Fuß versuchte ich, das Hermann-Löns-Stadion zu erreichen, doch aufgrund der großen Entfernung und der erschöpften Füße ließ ich das Vorhaben dann unterwegs doch platzen. Wie mir auffiel, scheint in Paderborn die holländische Militärpolizei genauso aktiv zu sein wie der Deutsche Polizei, denn unterwegs traf ich an verschiedenen Orten unterschiedliche Wagen, sogar in irgendeinem kleinen Park fuhr die über die Wege. Keine Ahnung, wen oder was die gesucht haben.
Irgendwann ging es zum Bahnhof, denn es waren nur noch zwanzig Minuten bis zur abfahrt Richtung Herford. Als der Zug dann immer noch nicht eingetroffen war, schaute ich auf die Abfahrtszeiten, wo mir dann auffiel, dass der Zugverkehr in Paderborn sonntags erst zwei Stunden später beginnt. Da die besten Schlafplätze in der Bahnhofshalle schon alle von ortsansässigen Brückenhoppern belegt waren und die Plätze auf dem Bahnhof wegen des Windes nicht gerade zum Verweilen verleiteten, machte ich mich dann noch mal auf Schusters Rappen unterwegs, aber auch auf der anderen Seite des Bahnhofs war kein Inetcafé in Sicht. Als dann um 6.21 Uhr endlich der erste Zug losfuhr, war ich heilfroh, denn der Wind war nicht mehr länger auszuhalten. Unterwegs machte der Fahrer einen damit vertraut, dass man in irgendeinem Dorf in den SEV umsteigen muss. Hätte er ja ruhig auch früher sagen können, denn so wäre ich in die andere Richtung gefahren und vielleicht hätte ich da etwas mehr Glück gehabt auf der Suche nach dem weltweiten Netz. In Herford dann erstmal beim Bahnhofsbäcker gefrühstückt (sehr lecker) und im Kiosk in Zeitungen irgendwelche Testspiele gesucht, aber nicht gefunden. So ging es dann über einen kleinen Umweg, damit man länger im trockenen saß, per Zug mangels Alternativen wieder zurück nach Paderborn. Irgendwann tauchten dann im Bahnhof die ersten Grünen und auch ein paar Blaue auf und erzählten gaben ihre besten Geschichten preis. Die Blauen glänzten (mal wieder) mit Kabelbindern, während die Grünen ihre Koordinationsschwächen zeigten.
Nachdem ich schließlich im Bus saß (fährt alle zwei Stunden: RESPEKT!), hätte mich nur noch das schlechte Wetter davon abhalten können, diesen Sinnloskick zu betrachten. Das Stadion machte aufgrund des Unwetters erst eine Stunde vor Anpfiff das Stadion auf. Die Organisation war das allerletzte und scheinbar gibt es kaum Kassenhäuschen, Zumindest da wo ich reinwollte, gab es nur zwei, die überdachte Plätze zu Wucherpreisen verkauften und die Verkäufer hatten scheinbar auch alle Zeit der Welt. Schließlich dann noch die letzt Karte für 21€ abgesahnt und dafür immerhin auf einem Holzbalken sitzen dürfen, von dem ich wenigstens ein Tor erkennen konnte, da der Blick auf das andere durch den Zaun vom Gästekäfig verwehrt blieb.

Paderborn – Braunschweig
Ca. 6000 Zuschauer

Das Spiel passte sich dem schlechten Wetter und dem desolaten Sitzplatz an und endete folgerichtig 0:0. Beide Teams maximal reif für die Oberliga. Von der Organisation nicht einmal das. Wenigstens waren die Preise erstklassig…
Höhepunkt oder Tiefpunkt war das Werfen von Raketen von Seiten der Gäste aufs Spielfeld und in Heimblöcke. Daraufhin folgte ein Pfeffersprayeinsatz (wenigsten überhaupt was los) und das in Gewahrsamnehmen der falschen Person. Mein Sitznachbar hatte da jemand anderen fotografiert, der die Raketen abfeuerte.
Als das Gekicke endlich zu Ende war, war nicht nur ich heilfroh, endlich nach Hause fahren zu dürfen.
Auf dem Bahnhof durfte ich dann noch einmal die unfähige Polizeiorganisation erleben, die die Gästeanhänger erst aufs falsche Gleis begleiteten, der Sonderzug aber auf einem anderen einrollte. Ich dagegen erwischte sogar noch einen Zug früher als erwartet. Als dieser aber zwischenzeitlich 20 Minuten Verspätung hatte, machte ich mir doch Sorgen, aber die Bahn ließ meine jeweiligen Anschlusszüge gnädigerweise immer auf mich warten, so dass ich letztendlich mit nur zwei Minuten Verspätung aber völlig erschöpft und mit großem Schlafdefizit zu Hause eintraf.

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Freitag, Dezember 22, 2006

Frankfurt - Köln und Offenbach - Burghausen

Eingedeckt mit günstigen Tickets da CNL-Mitglied ging es Montagabend Richtung Frankfurt/Main mit dem Nachtzug los. Unterwegs stellte sich mal wieder heraus, dass diese genialen Schlafsitze oder wie die heißen anscheinend zu einer Zeit entwickelt worden sind, als der durchschnittliche Mensch noch 1,50m groß war. Sehr unbequem und an Schlaf war nicht zu denken, zumal der vor einem sitzenden Mensch sich scheinbar zum Ziel gesetzt hatte, mir meine Kniescheiben zu zertrümmern, indem er seinen Sitz soweit wie möglich nach hinten kippte. So war ich dann doch recht froh, als ich in endlich in Frankfurt angekommen war. Obwohl es noch dunkel war, konnte man erkennen, dass Frankfurt wohl die dreckigste Großstadt Deutschlands ist. Überall Müll und an fast jeder Ecke roch es nach irgendwelchen Körperflüssigkeiten. Nach einem sehr nahrhaften Frühstück bei McDonald's wurde erstmal die Stadt erkundet. Anscheinend hatten aber sämtliche Schulen und Kindergärten aus Frankfurt und Umgebung Wandertag, denn man konnte keinen Schritt gehen, ohne fast auf ein Kinde zu treten. Nachmittags dann zur Juhe und festgestellt, dass man dieses Mal die Nacht nicht alleine verbringen musste/durfte, denn das Vierer-Zimmer war mit vier Mann belegt. Nach kurzer Körperhygiene ging es dann auch bald Richtung Bahnhof, um das erste Spiel der Tour zu besuchen.

Eintracht Frankfurt - 1. FC Köln 3:1 n.V.
50700 (ausverkauft), waren allerdings doch noch jede Menge freie Plätze sichtbar

Schon vor dem Anpfiff herrschte eine sehr gute Stimmung im weiten Rund, besonders im Köln-Block. Als dann nach nicht einmal zwei gespielten Minuten die Frankfurter durch Alexander Meier in Führung gehen konnten, verwandelte sich das Stadion in ein Tollhaus. Zweitweise hüpfte die komplette Frankfurter Kurve und die Gegengerade und die Kölner ließen im Support auch nicht merklich nach, sondern legten noch einen Zahn zu, als Madsen nach 18 Minuten ausgleichen konnte. In den ersten 30 Minuten ging es sowohl auf den Rängen als auch auf dem Spielfeld hoch her, so dass ich zeitweise einen Hörsturz befürchten musste. Zum Glück, habe ich dann keinen bekommen. Während auf den Rängen die Kölner etwas die Oberhand behielten, konnten die Gäste auf dem Spielfeld nur reagieren und mussten sich bei ihrem Keeper bedanken, dass sie nicht noch vor der Pause in Rückstand gerieten. Kurz vor Ende der regulären Spielzeit vergab der eingewechselte Thurk noch einmal einen so genannten Hundertprozenter, als er freistehend vorm gegnerischen Tor Wessels anschoss und ein Verteidiger den Ball noch vor der Linie klären konnte. So kam es also so, wie von mir erhofft: Verlängerung. In dieser waren nur fünf Minuten gespielt als der neue Goalgetter Takahara die Gastgeber mit 2:1 in Front schießen konnte. Auf dem Feld und den Rängen herrschte jetzt Hochbetrieb bis zur 112. Minute als der Grieche Kyrgiakos den 3:1-Endstand für die Eintracht erzielen konnte. Infolgedessen fiel den Mannen von Herrn Daum nichts mehr ein und auch auf den Rängen wurde der Support eingestellt und die ersten Gästeanhänger verließen das Waldstadion...äh...die Commerzbank-Arena. Im Endeffekt ein verdienter Sieg für den Bundesligisten und ein versöhnlicher Jahresabschluss, wobei es in Köln keine schöne Winterpause werden dürfte. Die Stimmung war teilweise richtig genial und mit das beste, was ich bis jetzt erlebt habe. Besonders genial das Hüpfen bis das Stadion wackelte. Kein Scherz, der Boden bebte auch weit von der Kurve entfernt.

Nach dem Spiel gleich den ersten Zug und einen Sitzplatz erwischt. Ja, das alte Türstehgen hatte wieder zugeschlagen. Zu meinem Pech hatte ich erwartet, dass der Weihnachtsmarkt noch aufhat, um dort etwas zu verspeisen, denn die komische ArenaCard oder wie das in Frankfurt heißt, wurde natürlich boykottiert, leider trat das Gegenteil ein und ich sah nur noch abgeschlossene Buden. Infolgedessen musste ich mich mit einem aus Schokolade bestehenden Abendessen begnügen und mit einem leichten Hungergefühl uns Bett legen. Nach einer erholsamen Nacht und einem Kräfte zehrenden (Insider) Frühstück ging's dann am Mittwochmorgen mit Bus und Bahn quer durch Frankfurt, um etwas Groundspotting zu betreiben. So war man im Stadion Bornheimer Hang (FSV Frankfurt/Oberliga Hessen/24000 Plätze), Stadion am Riederwald (SGE II/Oberliga Hessen/6000 Plätze) und im Stadion Brentanoband (SG Rot-Weiß 01 Frankfurt/Landesliga Hessen Süd/7000 Plätze). Weitere Beschreibungen und auch Fotos findet man sicher irgendwo in den Weiten des Internet, darum spare ich sie mir mal. Anmerken sollte ich vielleicht noch, dass ich wohl zu einem Zeitpunkt unterwegs war, in dem die Platzwarte (Neudeutsch: Greenkeeper) gerade am Arbeiten war und so alle Stadientore offen waren und man sich so nicht lediglich mit einem Blick von außen begnügen musste.Währenddessen war der Tag fortgeschritten und man musste ein Schließfach für seinen Rucksack organisieren, da man keine große Lust verspürte, mit Sack und Pack ins Stadion zu marschieren. Aber weder in Frankfurt Süd, wo der Nachtzug später losfahren sollte, noch in Offenbach gab es ein solches. Also kurzfristig entschieden, zum Ffm Hbf zu fahren und seinen Rucksack dort zu deponieren. Dort angekommen, stellte man fest, dass man keine Sekunde zu spät eingetroffen war, denn man konnte das letzte freie und kleine Schließfach ergattern.Nachdem dieser Vorgang abgeschlossen war, hechtete man in den nächsten zug Richtung Offenbach, um dem Spiel Pokalspiel

Kickers Offenbach – Wacker Burghausen 2:1
9131 Zuschauer

beizuwohnen.
Auf der Kickers-Website hatte man sich vorher eine Anfahrtsskizze besorgt, allerdings war mein nun etwas verwirrt, weil die Fußweg-Ausschilderung in eine „leicht“ andere Richtung zeigte. Nun ja, man denkt sich nichts Böses und vertraut der Ausschilderung, was sich als Fehler herausstellen sollte. Der ausgeschilderte Weg war erstens länger und zweitens führte er durch einen dunklen Wald, wo man nur einige Polizisten samt fahrbarem Untersatz sah, welche in Ermangelung einer Wegbeleuchtung ihre Fahrzeuge an jeder Abzweigung mit eingeschalteten Scheinwerfern stehen hatten, so dass man wenigstens die Konturen erkennen konnte. Ohne gegen einen Baum zu rennen, kam man dann doch noch pünktlich am Bieberer Berg an.
Dort angekommen erstmal seinen Platz bezogen und das noch spärlich gefüllte Stadion genau unter die Lupe genommen. Von Hungergefühlen wurde man dann aber an die nächste Wurstbude getrieben. Die Qualität der Wurst war eher durchschnittlich, dafür aber recht klein. Negativ ist die Anstellkultur in Offenbach. Man fühlte sich wie auf einem, türkischen Basar, da sich jeder dort „anstellte“, wo er wollte. So war es ein einziges Geschiebe und Gedränge.

Kurz darauf ging das Gekicke dann auch schon los. Zum Intro präsentierten die Gästefans ca. 50 schwarze Doppelhalter, welche mit Auflaufen der Teams umgedreht wurden und ein schwarzes Herz auf weißem Grund zeigten.
Aufgrund meines Sitzplatzes und des unüberdachten Gästebereiches konnte man den Wacker-Anhang allerdings nur recht selten vernehmen. Allerdings war der Großteil der gut 200 Mann ständig in Bewegung und im Laufe der zweiten Halbzeit gab es dann sogar ein Humba.
Auf Seiten der Gastgeber war die Stimmung streckenweise recht gut, allerdings zeitweise auch recht durchwachsen und die Meckerkultur ist dort anscheinend auch sehr stark ausgeprägt. Anzumerken bleibt, dass die Fanfreundschaft nach Leverkusen allgegenwärtig ist. Viele liegen mit Freundschaftsschals entgegen und der erste Fußballfan, der mir an diesem Tag begegnete, trug eine Bayer-Schal.Das Gemecker auf den Rängen war größtenteils nachzuvollziehen, da über die spielerische Leistung am besten der Mantel des Schweigens gebreitet werden sollte.
Die schlechte Leistung der Teams, von denen die Gastgeber noch die Aktiveren waren, wurde lediglich noch von der Leistung des Schiedsrichters unterboten, der einige ganz schwache Szenen hatte und insbesondere die Gastgeber benachteiligte. Nach der pause wurde seine Leistung etwas besser, genauso wie die Partie, die nach einem Treffer von Türker für Offenbach direkt nach Wiederanpfiff endlich Fahrt aufzunehmen schien. Leider sah man sich getäuscht und das Spiel dümpelte nur so vor sich hin. Offenbach wollte nicht, Burghausen konnte nicht. Wie aus dem Nichts fiel dann der Ausgleich durch Burkhardt, der völlig freistehend von der 5-Meter-Raum-Grenze 17 Minuten vor Schluss einschieben konnte.
Da weiter nichts passierte, stellte sich das gesamte Stadion schon auf ein Verlängerung ein, doch Toppmöller erzielte in der Nachspielzeit das erlösende 2:1 für die Gastgeber und Offenbach in die nächste Runde, da der Schiri kurz darauf abpfiff.Nach dem Schlusspfiff ging es auf dem richtigen Weg Richtung Bahnhof, wo alles in heller Aufregung war, da Aachen gegen Bayern 3:0 führte. Besonders zwei Polizisten konnten es nicht fassen und unterhielten sich brüllend von Bahnsteig zu Bahnsteig darüber. Sehr kultig.Am Hauptbahnhof seinen Rucksack geholt und dann nach Frankfurt Süd gefahren, dort McDoof noch nen Besuch abgestattet und bis zum Eintreffen des Zuges noch etwas auf dem windigen und eisigen Bahnhof verbracht. Der Nachtzug kam wie üblich etwas früher und so musste man nicht allzu lange frieren. Im Zug schlief, schnarchte oder röchelte schon alles, also leise auf seinen Platz geschlichen und sogar etwas geschlafen. Irgendwann musste der Vordermensch natürlich wieder die Belastbarkeit meiner Knie austesten, sodass am Ende nicht mehr an Schlaf zu denken war. Müde und mit schmerzenden Knien traf man dann pünktlich in Berlin ein.

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Dienstag, November 28, 2006

Süddeutschland-Tour (Teil 3)

Nachdem kurz vor München die Sonne durch die Wolken brach, konnte man sich über den ersten sonnigen Tag der Tour freuen und diese Freude sowie das Wetter wurden auch den ganzen Tag nicht getrübt. Am Morgen erstmal etwas eingekauft und den Rucksack im Hauptbahnhof in einem Schließfach deponiert. Nachdem dies erledigt wurde, ging es mit der S-Bahn zum Marienplatz, wo gerade der Weihnachtsmarkt aufgebaut wurde. Kurz umgeguckt, Kultur war erst für den nächsten Tag angesagt und stattdessen ein Inetcafé aufgesucht, wo die Zeit mit dem Niederschreiben des 2.Tourtages vertrieben wurde, so dass es dann auch bald zum morgendlichen (11 Uhr) Kick ins altehrwürdige Städtische Stadion an der Grünwalder Straße gehen konnte. Immer wieder schön anzusehen das alte Ding mitten an einer Kreuzung gelegen. Auf der Suche nach einer Eintrittskarte würde ich wohl noch immer sein, wenn nicht vor mir ein Mann Richtung eines Loches in der Wand ging und mit einer Karte bewaffnet wieder kam. Diesem Bespiel folgend kaufte ich mir eine "Rollenkarte" für zwei Euro und ging erst einmal rund ums Stadion herum. Obwohl schon einmal vor Ort gewesen, hatte man das bis jetzt noch nicht gemacht. Dann aber rein ins Stadion zum U19-Süd/Südwest-Bundesliga-Spiel A-Jugend

FC Bayern - TSG Hoffenheim 1:0 (0:0)
ca. 70 Zuschauer

War aber gar nicht so einfach, den Eingang zu finden. Hab es dann aber doch noch mit meinen spärlichen Bayrisch-Kenntnissen irgendwie geschafft. Beim Betreten konnte man sich eine Kopie des offiziellen DFB-Spielberichts mitnehmen. Bin ja mal sehr gespannt, welchen dieser Spieler man in ein paar Jahren in der Bundesliga sehen kann. Das beim Aufwärmen in meinen Augen hoffnungsvollste Talent kam allerdings leider nicht zum Einsatz, sehr gute Schusstechnik und Ballbeherrschung hatte er. Langsam "füllte" sich dann auch die alte Holztribüne, hauptsächlich mit Familienangehörigen, aber auch 6, 7 Hopper konnte man ausmachen. Das Spiel war sehr träge und chancenarm. Erst nach der Pause wurde es etwas besser, was hauptsächlich an den Gästen lag. Überraschenderweise gingen die Bayern nach gut einer Stunde etwas unverdient in Führung, was auf der Gegentribüne mit dem Gesang "Hier regiert der FCB" von vier(!!!) Anhängern gefeiert wurde. Ganz großes Kino. In der Folgezeit drückten die Hoffenheimer auf den Ausgleich, allerdings konnten die Bayern die knappste aller Führungen über die Zeit retten. Die haben da echt in der Jugend schon das Bayerngen. Ist ja widerlich. War mir sehr unsympathisch, genauso wie ihr Aussehen, sah der Großteil doch aus wie eine Mischung aus Bastian Schweinsteiger und David Beckham. Auf der Holztribüne war insbesondere ein ca. 15 bis 20 Mann/Frau großer polnischer Familienanhang über das Ergebnis enttäuscht, hatten sie sich doch mehr erwartet und gehofft, dass wenigstens ihr Angehöriger durchspielen dürfte.
Habe mir den Jubel beziehungsweise Trauer nicht lange mit angesehen, denn ich hechtete schnell los, um pünktlich nach Unterhaching zu kommen.
Die Bahn war recht voll, aber mit dem Ich-steh-da-wo-die-Tür-ist-Gen, war das gar kein Problem für mich. Erschreckt hat mich aber die Ruhe, ja fast völlig Abwesenheit in der Bahn. Der Zug war voll, aber die einzigen Geräusche waren das Rattern auf den Gleisen und ein paar Gästefans, die sich auch nur ganz kultiviert unterhielten. Ansonsten Totenstille. Wäre die Bahn nicht so voll gewesen, hätte ich mir ernsthaft die Frage gestellt, ob ich zum Fußball oder in ein Museum fahre.
Naja, am Bahnhof angekommen musste erstmal ein kleiner Fußmarsch in Angriff genommen werden, der aber leicht bewältigt wurde. Aus der Ferne hörte man sich auch schon die Karlsruher warm singen. Mir dann erstmal ne Karte gesichert und das Stadion…äh…den Sportpark geentert.

SpVgg Unterhaching – Karlsruher SC 0:1 (0:1)
8000 Zuschauer

Dieser war dann auch recht ordentlich besucht. Mit 8000 Zuschauern immerhin der Saisonrekord, was wohl auch am guten Wetter und zweitens am Tabellenführer aus Baden lag, von denen sich auch jede Menge im Sitzplatzbereich herumtrieben.
Auf den Rängen hatten die Gäste somit akustisch die Überhand. Auf dem Feld dagegen nahmen nach wenigen Minuten die Gastgeber dieses in die Hand und die Karlsruher konnten von Glück sagen, dass Frederico nach einer halben Stunde zur etwas überraschenden Gästeführung einnetzen konnte und diese auch in die Pause retten konnte.
Wer nach Wiederanpfiff mit einer Leistungssteigerung beim Favoriten rechnete, sah sich getäuscht, da die Hachinger noch motivierter aus der Kabine kamen und sich Chance um Chance erspielten. Sie scheiterten aber fast kläglich an ihrer Abschlussschwäche und am starken Gästetorhüter Miller, der seinen Farben die drei Punkte und die Tabellenführung festhielt.
Konträr zu den Leistungen auf dem Feld waren sie auf den Rängen. Auf Seiten der Gastgeber versuchte ein verzweifelter Stadionsprecher immer wieder die Fans anzuheizen. Aber außer einer kleinen Gruppe von 50 Mann ließ sich davon keiner mitreißen. Die Gäste dagegen brannten ein wahres Feuerwerk ab und unterstrichen, dass sie mit zu den besten Fanszenen Deutschlands gehören. Zu hause sowieso und durch den Höhenflug mittlerweile auch auswärts. Sehr laut und abwechslungsreich waren die Gesänge. Wenn auch das Spiel etwas enttäuschend verlief, wurde man wenigstens mit der Supportleistung auf Seiten der Gäste dafür versöhnt.
Die bekannten KSCler verabschiedet und wieder gen S-Bahn aufgebrochen. Der Bahnhof rammelvoll, genauso wie der Zug und wieder das selbe Phänomen wie auf der Hinfahrt, bis auf einzelne Unterhaltungen komplett ruhig. Wären da nicht ein paar Halbwüchsige aus Baden gewesen, wäre man wohl eingeschlafen.

Am Hauptbahnhof wurde dann der Rucksack abgeholt und es ging Richtung Jugendherberge, die sich am Rotkreuzplat befindet. Dieses Mal handelte es sich um ein Sechserzimmer und so war ich gespannt, ob schon einer meiner Mitbewohner vor Ort war. Aber ich hatte das Zimmer vorerst für mich alleine. Nach kurzer Körperhygiene wurde sich dann wieder auf die Weg nach etwas Essbaren gemacht, wo man mal wieder bei Mcdonald’s hängen blieb. Als man am späten Abend dann wieder in der Jugendherberge eintraf, war man umso erstaunter, da man das Zimmer immer noch für sich allein hatte, was sich dann auch nicht mehr ändern sollte. Gar nicht mal so schlecht.
Weil die Essenszeit bis 9.30 ging und das Auschecken sogar erst um 10 Uhr möglich war, konnte ich dann etwas ausschlafen. Am nächsten Morgen wurde ich dann von Bauarbeitern geweckt, die sich direkt vor meiner Zimmertür in einem bayrisch/polnisch Sprachgewurschtel verständigen mussten.
Also nichts wie zum Frühstück, dieses wurde in einem Nachbargebäude zu sich genommen und war nicht so toll wie noch in Trier, besonders die Brötchen waren steinhart.
Nach dem Auschecken machte ich mich dann erstmal in Richtung Dantestadion in Bewegung, welches sich ca. einen Kilometer von meiner Unterkunft aus befinden sollte. Nach etwas Herumirren aufgrund der desolaten Ausschilderung der Straßen (ist in Berlin zigmal besser) wurde dieses dann doch noch gefunden. Da das Tor offen stand, wurde natürlich die Chance genutzt und das Gelände betreten. Leider findet da außer Football und Schulsport nur noch das Training einer Laufgruppe statt und überhaupt kein Fußball mehr. Eigentlich sehr schade, ist das Stadion doch gar nicht so übel. Halt ein altes Stadion mit Laufbahn, einer großen Haupttribüne und sonst überall Sitzplätzen. Laut GI soll es immerhin 10000 Leute fassen. Hoffentlich entschließt sich bald wieder ein Fußballverein, dort seine Spiele auszutragen, nachdem TürkGücü das mittlerweile leider nicht mehr tut.
Nach diesem kleinen Groundspotting machte ich mich wieder auf in die Innenstadt, wo es von Touristen nur so wimmelte. Beim Bummeln durch die Läden fiel mir auf, dass München eine sehr teure Stadt ist. Da lob ich mir doch Berlin.
Nachmittags wurde das Wetter dann immer schlechter und Nebel begann aufzuziehen und man sah die Kirchturmspitzen schon nicht mehr. Für mich das untrügliche Zeichen, nach Frötmaning zu fahren und mir das Schlauchboot anzugucken, hatte man dieses doch nur bei der WM gesehen und deshalb nicht in Farbe getaucht. Drei Stunden vor Anpfiff war der Nebel zwar schon da, so dass man nur etwa hundert Meter weit sehen konnte, aber das Schlauchboot leuchtete noch nicht. Als man dann nach einer nochmaligen Aufwärmfahrt (war recht frisch geworden und der Bahnhof nicht beheizt) zwei Stunden vor Spielbeginn dort wieder eintraf, war das blaue Licht („Was ist das?“ „Blaues Licht!“ „Und was macht das?“ „Es leuchtet Blau!“) an und der Nebel noch dichter geworden. Zeitgleich mit mir trafen vier Koblenzer Busse ein, deren Besatzung auch schon ordentlich Stimmung machte. Als ich mich mit Karte und Stadion…ups…Arenamagazin eingedeckt hatte, öffneten sich auch die Tore. Die Kontrolle war wieder sehr mäßig und man hätte alles möglich einschmuggeln können.
Kulinarisch wurde sich nicht verpflegt, da der Einführung der ArenaCard in meinen Augen mit der größte Schwachsinn und einer der größten Komemrzaktionen überhaupt ist.Hatte man sich mit relativ günstigen Karten versorgt, war man umso erstaunter, dass man ohne einen Ordner zu sehen in die höchste Preiskategorie (Mittelrang, auf Höhe der Mittellinie) dringen konnte und sich dort auch während des Spieles niedergelassen wurde.

1860 München - Koblenz 2:1 (1:0)
angeblich 21500 Zuschauer

Im offiziell mit 21500 Zuschauern (in meinen Augen und denen meiner Sitznachbarn waren das aber deutlich weniger) gefüllten Schlauchboot, bot sich von Beginn an ein sehr müder Kick. Spannender war dann schon der Nebel, der zeitweise den Blick auf den gegenüberliegenden Oberring verhinderte, der aber eh komplett geschlossen blieb. Überhaupt ist die ganze Arena für die Sechziger viel zu überdimensionert. Schon schade, dass die Löwen nicht mehr im Grünwalder spielen.
Das Spiel schleppte sich weiter nur sehr zäh hin, so dass es recht überraschend war, dass die Gastgeber kurz vor der Pause durch einen schönen Kopfballlupfer in den langen Winkel nach einem Freistoß von der linken Torauslinie in Führung gehen konnte. Kurz nach Wiederanpfiff konnten die Münchner erneut per Kopf und einer Standardsituation einnetzen, dieses Mal war er Berhalter, der freistehend nach einer Ecke dem Torhüter keine Chance ließ.
Infolgedessen wurde das Spiel immer langweiliger. Die Gäste konnten nicht und die Gastgeber wollten und konnten nicht. So war die einzige Unterhaltung der Blockclown, der zu jeder Szene einen lustigen Kommentar parat hatte. Leider ist mein bayrisch zu schlecht, um diese hier auch nur ansatzweise wiederzugeben.
In der 93. Minute konnten die Gäste bezeichnenderweise durch ein kurioses Freistoßtor, bei dem der Keeper den Ball durch Hände und Beine gleiten ließ, erzielen, allerdings pfiff der Schiedsrichter direkt nach Wiederanpfiff ab.
Stimmungstechnisch war die Leistung der Koblenzer überraschend gut, die bis auf kurze Durchhänger fast die komplette Spielzeit supporteten. Da hat sich in den letzten Jahren wirklich etwas entwickelt. Hätte ich nicht gedacht. Bei den Löwen dagegen läuft diese Findung noch. Gegenüber der Nordkurve, der eigentlichen Fankurve, bildet sich in letzter Zeit direkt neben dem Gästeblock ein zweiter Stimmungskern, der aktiver als der eigentliche ist. Die Koordination zwischen beiden Supportareas ist leider recht schlecht, so dass zeitweise drei unterschiedliche Gesänge (zweimal Löwen, einmal Koblenz) zu hören waren. Nur einmal kam bei einem Wechselgesang so etwas wie Gänsehautatmosphäre auf, lag aber vielleicht auch an der eisigen Kälte.
Auf dem Bahnhof traf man dann noch ein paar Herthaner, die am Tag vorher auch in Unterhaching gewesen waren. In der U-Bahn war es dann wieder unverständlicherweise völlig still.
Am Hauptbahnhof angekommen wurde noch einmal bei Burger King eingekehrt und dort und auf dem kalten Bahnhof die Zeit bis Eintreffen meines Zuges gewartet. Zum Glück kam dieser schon 20 Minuten vor Abfahrt, so dass man sich schon vorher etwas aufwärmen konnte. Sehr schön auch, dass der ICE offiziell als IC verkehrte. Über Frankfurt erreichte man dann um 10.01 Uhr Berlin-Ostbahnhof und konnte um kurz vor 11 Uhr das heimische Gefilde betreten.

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Sonntag, November 26, 2006

Süddeutschland-Tour (Teil 2)

Nach einem angenehmen Schlaf wurde ich um kuz vor sieben von meinem Wecker geweckt, vielleicht waren es aber auch die randalierenden Kinder aus dem Nachbarzimmer. Auch egal, zumindest war ich dann um halb neun frühstücken - war sehr lecker.
Nach dem Essen dann den Kram zusammengepackt, ausgecheckt und zum Bahnhof gelatscht, ja ihr ahnt es schon, es regnete natürlich.
Nach gut einer Stunde Fahrt wurde dann auch ohne besondere Vorkommnisse Saarbrücken erreicht. Nun hieß es Zeit totschlagen; das ist auch so etwas wie das Motto dieser Tour. Also über den Wochenmarkt, vielleicht auch schon Weihnachtsmarkt, in strömendem Regen gelatscht und dann mal wieder das "Güldene M" aufgesucht. Diesmal aber nichts gewonnen. Naja, so nen Kaffeeersatz wollte ich eh nicht mehr haben.
Nach dem ausgiebigen Mahl wurde sich dann zweieinhalb Stunden vor Anpfiff in Richtung Stadion begeben und je näher man kam desto geringer wurde der Niederschlag bis er dann überraschenderwiese völlig ausblieb. Das Stadion war noch zu, aber die Kassen hatten schon geöffnet. Vor dem kartnekauf hieß es aber erstmal die Umgebung absuchen, da das Stadion der Saarbrücken Amateure ja auch in der Nähe sein sollte. Auf der Suche nach diesem machte man eine dreiviertel Runde um den Ludwigspark. Von Osten kann man auch außerhalb das komplette Spielfeld sowie die beiden Geraden und die Westkurve einsehen. Schmuckes Teil.
Dann ging es weiter auf der Suche nach dem FC-Sportfeld. Dieses wurde auch ziemlich schnell lokalisiert, aber vorher sah man noch auf einem weiteren Platz ein paar Spieler langhuschen. Was war denn da los? Also nichts wie hin. Stellte sich aber mehr oder weniger als Fehlalarm heraus, da sich dort die C-Jugend auf Kunstrasen vor ein paar Stufen vergnügte. Konnte dem Treiben ein, zwei Minuten zuschauen, doch dann Pfiff der Schiesdrichter ab.
Mittlerweile stand man eh schon auf dem Gelände des Sportfelds. Also wurde dieses erstmal inspiziert. Eine schöne überdachte Haupttribüne und auf der Gegengerade und der Ostkurve mit Gras überwucherte Steinstufen, während auf der Westseite lediglich ein Zaun das Spielfeld zum angrenzenden Schotterplatz abgrenzte.

Danach hieß es dann
1.FC Saarbrücken - Ingolstadt 6:0(4:0)
laut Kicker 1800 Zuschauer, ich konnte leider den Unterring der Gegengerade nicht einsehen, aber meines Erachtens waren mehr vor Ort)

Während der Umrundung und Lageerkundung war klar geworden, dass man unbedingt auf der altehrwürdigen Gegentribüne (Victor's Tribüne oder so) Platz nehmen würde.
Vorher erstmal ne Karte für 15€ geholt. Man gönnt sich ja sonst noch. Laut Verkäufer sollte das Stadion dann auch bald öffnen. Naja, zumindest dauerte das dann doch noch ca. 20 Minuten, die man Wind und Wetter ausgesetzt vor dem Tor warten musste.
Und der ganze Aufwand dafür, dass man dem Ordner die Karte direkt vor der Nase hinundher wedeln muss, damit er einen registriert. Hätte man auch nichts bezahlen müssen und von Kontrolle scheint man im Südwesten der Republik auch nicht viel zu halten.
Ich suchte mir natürlich den besten Platz in der vorletzten Reihe aus. So hatte ich einen fantastischen Überblick über das ganze Geschehen.
Nach und nach füllte sich das Stadion dann und die SchiedrichterIN pfiff die Partie dann auch pünktlich an. Die Gaastgeber sorgten von Beginn an für Tempo und klare Verhältnisse. Die Gäste um den ehemaligen Herthaner Oliver Schmidt konnten einem Leid tun, denn hätten sie mit vier Toren oder weniger Differenz verloren, wären sie vor den Gastgebern geblieben, so aber rutschten sie nicht nur hinter diese, sondern müssen mit weiteren solcher Leistungen doch noch einmal um den Ligaverbleib zittern. Vielleicht war es aber auch nur der berühmte schwarze Tag, an dem nichts läuft.
Die Gastgeber machten es ganz geschickt und legten immer ein Tor nach, wenn das Spiel einzuschlafen drohte. Die Ingolstädter dagegen gaben sich spätestens nach dem 2:0 völlig auf und wurden streckenweise regelrecht vorgeführt.
Die Stimmung bei den Gastgebern war recht gut, auch wenn manche Gesänge recht leise waren. Kann allerdings auch an meinem Standpunkt (äh...Sitzpunkt gelegen haben). Desöfteren Gab es Wechselgesänge mit dem gegenüberliegenden Block und teilweise setzte sogar der Oberring mit ein. Krönung war die Schlussphase, als auf der Anzeigetafel die Führung der Amateure beim Erzfeind Homburg angezeigt wurde und nur Sekundenbruchteile später Sagik den 6:0-Endstand markierte. Als wäre das nicht genug gewesen, erzielten die Amateure in der Nachspielzeit auch noch das 0:2.
Die Stimmung wurde lediglich getrübt, da die Ultras (Virage Est) boykottierten und deswegen mit Schmähgesängen der anderen Fans bedacht wurden.
Beim 6:0 wurde etwas im Heimblock gezündelt, während ich weiterhin auf das Sichtbarwerden von Gästefans wartete - vergeblich. So ist das nun mal bei Fusionsvereinen...
Zu erwähnen blieben noch die orkanartigen Winde, die die Werbebanden quer durch' Stadion fliegen ließen. Sowas sieht man wohl auch nicht alle Tage.

Nach dem Spiel setzte ich mich dan über K'lautern nach Mannheim in Bewegung, da ich nen Zug so hatte, dass ich noch Homburg hätte sehen können, allerdings, wurde dieses Spiel nur wenige Tage später vorverlegt.
In Mannheim musste ich dann mehr als sieben Stunden totschlagen, was auch relativ gut gelang.
Unter anderem wurde der 1. Tourteil im Inetcafé niedergeschrieben, anschließend wurde der zweitbeste Döner Deutschlands gegessen (hätte ich nicht gedacht, dass es sowas gutes außerhalb Berlins gibt). Als man sich auf ein geruhsames Warten in der Wartehalle im Warmen vorbereitet hatte, kam die Security und sagte, dass die Halle immer um 1.30 Uhr schließt. Ich war allerdings nicht alleine dort, denn mit mir lagerten dort dutzende Punks aus der ganzen Republik. Sah sehr amüsant aus, wie der Bahnsteig mit schlafenden Leuten übersät war.
Mit fünf Minuten Verspätung wurde der Nachtzug Richtung München betreten und sogar etwas geschlafen. Und man glaubt es kaum, der Zug ist sogar dort angekommen, wo er hinsollte. Zumindest wenn ich die Schweizer-Duitschen Ansprache richtig übersetzte habe...

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